125 Jahre Liedertafel

1894 - 2019

 

Ende des Jahres 1894 fanden sich gut 30 Männer in der Carl Osterwaldschen Gastwirtschaft (Gasthaus zum Bahnhof) ein, um einen Verein, die Liedertafel, zu gründen. Wie sie sich zusammenfanden, wer den Anstoß dazu gab, ist nicht überliefert, und die Gründungsurkunde gibt dazu auch nichts her. Nach den Unterschriften zu vermuten ist, dass die Herren Wittig und Rühmkorf treibende Kraft waren.

 

Viele Vereine gründeten sich Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre des 19. Jahrhundert, so z. B. ebenfalls im Jahr 1894 der TVE Eintracht Sehnde und ein Jahr zuvor der Kriegerverein.

 

Zweck des Vereins Liedertafel war lt. der beschlossenen Statuten „die Förderung des geselligen Verkehrs und Erheiterung durch Gesang“. Diesem Zwecke ist man in den ersten Folgejahren auch voll gerecht geworden, gab es doch jährlich anscheinend öffentliche „Maskerade“ genannte Faschingsfeiern, die Teilnahme an Bällen, organisiert vom Kriegerverein Sehnde (später Kyffhäuserbund), auch Silvester- oder Neujahrsfeiern; und vor allem wurde bei den wöchentlichen Übungsversammlungen gesungen sowie bei den jährlich abgehaltenen Generalversammlungen zwischendrin das eine oder andere Lied geschmettert und im Anschluss daran ausgiebig gevespert bis in die frühen Morgenstunden. So erklärt sich in vollem Umfang auch die Bezeichnung „Liedertafel“.

 

Aber noch mal zurück zur Gründung am 29.12.1894:

 

Die damaligen Statuten verlangten von den Beitrittswilligen ein Eintrittsgeld von 3 Mark und eine monatliche Beitragszahlung von 24 Pfennigen von den „thätigen“ (also aktiven) Mitgliedern und 10 Pf von den Ehrenmitglieder genannten Passiven. Und ein Strafgeld gab es auch, bei unentschuldigtem Fehlen hatten die Betreffenden 20 Pf zu entrichten. Erscheinen war also verpflichtend. Mitglied konnte auch nur werden, wer auf Vorschlag eines anderen Mitgliedes dem Verein vorgestellt und dessen Aufnahme von der Versammlung beschlossen worden war. Lt. den Statuten sollte er nämlich die „Anlage zum Gesang“ besitzen. Interessant ist außerdem der Paragraph, wonach jedes „thätige“ Mitglied verpflichtet war, den Anordnungen des Vorstandes Folge zu leisten.

 

Ja, das waren strenge Regeln damals vor 125 Jahren. Die Statuten mussten auch noch dem Landratsamt Burgdorf zur Genehmigung vorgelegt werden, diese wurde aber offensichtlich anstandslos erteilt.

 

Die Generalversammlungen fanden über Jahre hinweg, bis zum Jahre 1972, jährlich statt, anfangs gab es neben den Wahlen des Präsidenten (so wurde der Vorsitzende genannt) sowie des Schriftführers, der offensichtlich zugleich auch die Jahresrechnungen vornahm, auch die jeweilige Wahl des Dirigenten oder Chormeisters. Zu diesem wurde anfangs das Mitglied L. Krause gewählt. Die Jahresrechnungen wurden jährlich von in der Generalversammlung gewählten Mitgliedern während der Sitzung geprüft und dann genehmigt.

 

Leider geben die Protokolle, die sämtlich erhalten sind, über chorische Ambitionen über 20 Jahre hinweg nichts wieder, vielleicht fand außer der wohl auch sängerischen Teilnahme an selbst organisierten öffentlichen Maskeraden und sonstigen Feiern wie Fahnenweihen, Bällen zu Ehren oder auch Verherrlichung seiner Majestät des Kaisers u. ä. nicht viel statt. Auch solche Maskeraden mussten übrigens zur Genehmigung vorgelegt werden, eine solche samt Ersuchen darum findet sich auch im Protokollbuch.

 

Die Protokolle der ersten Jahre drehten sich immer wieder neben den Wahlen um die Aufnahme neuer Mitglieder (so wurde im Jahr 1900 das Mitglied Trittel aufgenommen, „weil sich herausgestellt (hat), dass H. Trittel zum Gesang veranlagt war“), um die Bestimmung eines Vergnügungskomitees für die Vereinsvergnügen (Faschingsfeiern), 1901 um die Anfertigung einer Fahne (ihre feierliche Weihung entsprach den damals üblichen Gepflogenheiten Ein Kuriosum am Rande: das auf der Fahne eingestickte Gründungsdatum weicht um einen Tag von dem im Protokollbuch festgehaltenen ab!), die Beschaffung von Zelten für das Stiftungsfest oder die Kosten für Liederbücher, und immer wieder um die Benennung von Fahnenträgern. Und schon im Jahre 1908, man glaubt es kaum, gab es Aufrufe, an den Übungsabenden fleißiger und pünktlicher zu erscheinen! Auch 1914 wurde entsprechende Nachlässigkeit offiziell beklagt.

 

Das Protokoll vom Jahr 1910 vermerkt „eine ziemlich erregte Debatte, die zeitweise bedenkliche Dimensionen anzunehmen drohte“. Wegen des Vereinsvergnügens.

 

Die Chordirigenten (anfangs Krause, ab 1906 Ohlhorst, später auch Ewald Tünnermann, erhielten Gesangsunterricht bezahlt, 25 Mark gab der Verein dafür aus.

 

Am 4. August 1914, in dem Jahr, in dem die Liedertafel 10-jähriges Bestehen hätte feiern können, „beschloss der Rest der erschienenen Mitglieder/Sangesbrüder, das Singen bis zur Beendigung des Krieges einzustellen“.

 

Im März 1919 gab es den Antrag des Arbeiter-Gesangvereins auf Zusammenschluss mit der Liedertafel, was aber abgelehnt wurde mit der Begründung, der Eintritt eines geschlossenen Vereins sei nicht zulässig gem. den Statuten.

 

Das Vereinslokal wurde immer mal wieder gewechselt, nach dem Gasthaus zum Bahnhof bzw. dem Ehlerschen Gasthause ging es zum Gastwirt Reichert, 1920 wechselten die Vereinsmitglieder für ihre Übungsversammlungen in die Gastwirtschaft Ritter in der Breiten Straße. Und auch 1920 wurde dann das 25jährige Stiftungsfest gefeiert.

 

1923 machte sich die Inflation bemerkbar, das Gehalt des Dirigenten wurde der zunehmenden Geldentwertung von Singabend zu Singabend angepasst.

 

1926 legte Chormeister Ohlhorst aus Altersgründen sein Amt nieder, und es wurde Ewald Tünnermann gewählt, der über 50 Jahre hinweg Chorleiter der Liedertafel werden sollte und ihr vor allem in sängerischer Sicht einen Schub brachte.

 

Dies schlug sich auch gleich nieder in der Tatsache, dass 1927 erstmals ein chorisches Detail aus dem Bericht des Vorsitzenden im Protokoll vermerkt wurde, nämlich die „Teilnahme an einem in Hildesheim auf dem Moritzberge veranstalteten Preissingen“. Der neue Dirigent äußerte sich dazu, der „Verein möchte sich auch in Zukunft dieser Sache hingeben“.

 

1928 wurde wie in einigen Jahren davor „mit einem Sängergruß vom alten Jahr Abschied genommen“, und es brachte auch den Beschluss, die Statuten dahingehend zu ändern, dass Jugendliche über 18 Jahren in den Verein aufgenommen werden können, „denn nur durch junge und herangebildete Sänger kann ein gut organisierter Verein leistungsfähig sein“. Hört, hört! Die Absichten hatten sich inzwischen also gewandelt von einem Verein, der vorrangig der Geselligkeit mit Gesang dienen sollte hin zu einem Chor, der chorische Leistungen zu erbringen gewillt war.

 

Entsprechend wurde auch in den Folgejahren an Gesangswettbewerben teilgenommen. So ist festgehalten, dass die Liedertafel 1929 in Nienburg in der 3. Klasse einen 3. Preis und in Kreiensen in der 2. Klasse auch einen 3. Preis errungen habe sowie weitere Urkunden. Und es wurde ein Bücherkoffer beschafft (nachdem sieben Jahre zuvor auch neben anderen Posten ein Bücherwart ernannt worden war).

 

1930 wurden erstmals Ehrungen erwähnt, so für 25jährige Mitgliedschaft, es gab ein Ehrendiplom und eine Verbandsnadel; ein so Geehrter brachte dann seine Verbundenheit zur Liedertafel dadurch zum Ausdruck, dass er „zur steten Erinnerung ein Tischbanner als Vereinseigentum überreichte“. Solch langjährige Mitglieder wurden dann auch von der Beitragszahlung befreit. Der bei dieser Generalversammlung anwesende Verbandsvorsitzende wies gleich auf das Problem hin, dass der Verein bald nur noch Ehrenmitglieder hätte, keine Beitragszahler, und dadurch die Finanzierung erschwert wäre. Aber in der Folgezeit bestätigten die Mitgliederversammlungen diese Regelung (zunächst jedenfalls) weiter.

 

Das Protokoll gibt dann auch darüber Auskunft, dass neue Schärpen mit Goldschnüren beschafft werden sollten, sowie über die pikante Tatsache, dass der Bezirksvorsitzende des Sängerverbandes Rogge betonte, “er könne nicht umhin, dem Verein eine Rüge zu erteilen, betreffs des Preissingens, weil sich der Verein außerhalb der Bezirksgruppe beteiligt habe, das sei den Verbandsstatuten gemäß nicht zulässig. Er bat darum, davon Abstand zu nehmen und sich nur den Veranstaltungen des Bezirks zuzuwenden“.

 

1931 dankte der Vorsitzende Fries Chormeister Tünnermann, er habe „durch seine unermüdliche Tätigkeit und Schaffensfreudigkeit dem Verein zu großem Können verholfen“. Dieser dankte und sprach die Bitte aus, das Werk „Das Paradies und die Peri“, ein weltliches Oratorium von Robert Schumann, zur Aufführung gelangen zu lassen, was dann auch im selben Jahr geschah und „ein voller Erfolg“ wurde. Außerdem beschloss die Versammlung, einen Fotografen zu beauftragen wegen eines Vereinsgruppenbildes. Beklagt wurden außerdem Beitragsrückstände wegen der hohen Arbeitslosigkeit unter den Sängern.

 

1932 sprach der Vorsitzende (Fries) von der schlechtesten aller Zeiten, in denen sie sich z. Zt. befänden, deshalb wolle man sich voll der Sache des deutschen Liedes widmen.

 

Es wurden zwei Konzerte beschlossen, eines davon mit deutschen Volksliedern. Und es wurde angeregt, geeignete Lieder zum Gedenken am Volkstrauertag darzubringen. Für unsere heutigen Verhältnisse dabei erstaunlich ist, dass es Bedenken gab wegen fehlender Bestimmungen, wie mit dem Volkstrauertag-Gedenken umzugehen sei, man solle bei der maßgebenden Behörde anfragen und um Richtlinien bitten.

 

Zu Beginn des Jahres 1933 wurde die Absicht erwähnt, wieder zwei Konzerte zu geben, eines davon mit russischen Volksweisen und deutschen Volksliedern, und es wurde beklagt, von 42 aktiven Mitgliedern seien bei den Übungsabenden nur 27 anwesend gewesen. Wieder mal wie öfter zuvor und danach war der mangelnde Übungsfleiß Thema.

 

Am 6.10. 1933, also 8 Monate nach der Machtübernahme durch die NSDAP wurde wegen der neu geltenden Bestimmungen (Umstellung auf das Führerprinzip) auf einer außerordentlichen Generalversammlung ein Vereinsführer gewählt (der bisherige Vorsitzende Fries) und weitere so genannte „Mitarbeiter“, die Mitglied der NSDAP zu sein hatten oder zumindest waren, einer war Mitglied der SA (bei Fries wurde offenbar darauf verzichtet). Mit einem „Sieg Heil auf unseren Führer“ wurde die Versammlung geschlossen.

 

Von den Jahren 1933 bis 1946 existieren keine Protokolle mehr, obwohl der Verein weiter existierte, den Chormeister bezahlte und sich im Singen übte. Ob die Protokolle im Zuge der Kriegshandlungen oder aus anderen Gründen vernichtet wurden oder verloren gingen, ist unklar. Und bedauerlich.

 

Am 7. März 1946 gibt es im Protokollbuch lediglich den Hinweis, dass Ende des Jahres 1933 die Liedertafel in Sehnde mit den Vereinigten Männergesangvereinen zusammengeschlossen wurde. (MGV Sehnde und Gesangverein Frohsinn, späterer Volkschor)

 

Aber das Kassenbuch aus diesen Jahren ist noch vorhanden. Neben den Auslagen für Chorleiter Tünnermann verzeichnet es auch Ausgaben für die Verbandszeitung, für Feuerversicherung, den Beitrag an den Deutschen Sängerbund, für diverse Fahrten nach Celle oder Ahlten oder Hannover (Straßenbahn!) und dergl. mehr, sowie Einnahmen aus einem Konzert zugunsten der Winterhilfe. Es gab eine Fahrt nach Lehrte mit der Sammelbüchse, Ausgaben für eine Dirigentenbescheinigung, auch mal einen Beitrag zur Reichsmusikkammer, eine Spende mit dem Vermerk „Kohlfahrt“ an die Gemeinde Sehnde, Ausgaben für eine Lustbarkeitssteuer, für diverse Botengänge, und für vieles andere, was auch in Nicht-Kriegsjahren anfällt. Ab 1943 werden die Einträge spärlich, auch das Honorar für den Chormeister war ab 1940 stark reduziert worden, das Vereinswesen kam – verständlicherweise - ziemlich zum Erliegen.

 

Und ab 1935 werden auch Einnahmen aus Beiträgen der Frauen registriert, d.h. ein Frauenchor war gegründet worden, der der Liedertafel (als Männergesangverein) angeschlossen war, wie über Jahre hinweg die Überschriften verhießen. Übrigens wurde in dem Jahr auch gemeinsam „Die Glocke“ aufgeführt. Aber bis zum gemischten Chor sollten noch Jahre vergehen! Aber schon 1939 fehlten derartige Einträge, sie tauchen erst wieder nach dem Kriege auf.

 

 

 

 

 

Im März 1946 nach dem Krieg trafen sich in der Gastwirtschaft Ehlers 13 Personen, um den Verein fortzuführen. Lt. Verfügung der Militärregierung durfte der Vorstand des Vereins nur aus Personen bestehen, die nicht der NSDAP angehört hatten. Also das Gegenteil von 1933. Fries wurde wieder zum Vorsitzenden gewählt. Er wolle „das deutsche Liedgut pflegen und den Verein zur einstigen Blüte bringen“. Ewald Tünnermann blieb der Liedertafel als Chormeister erhalten. Das ehemalige Vereinslokal Ritter stand dem Verein nicht zur Verfügung wegen dortigen Platzmangels durch die Unterbringung von Wohnungslosen.

 

1947 wurde beschlossen, dem Dirigenten Tünnermann den von ihm beschafften Vereinsflügel zu schenken, da er infolge des Krieges sein Wohnhaus samt Inventar verloren habe. Tünnermann wohnte zu dieser Zeit noch in Sehnde, und er erklärte, bis auf weiteres auf sein Chormeistergehalt verzichten zu wollen, und auch nach seinem Umzuge nach Hannover ehrenamtlich für den Verein tätig sein zu wollen, lediglich das Fahrgeld wolle er dann erstattet haben.

 

Und schon 1947 gab es wieder ein Vereinsvergnügen.

 

1948 wurde wieder das Vereinslokal gewechselt, es ging in die Gastwirtschaft Höfer, dort blieb man bis 1960, als die Gaststätte von Karl Heinz Volker zum Vereinslokal erhoben wurde.

 

1949 wurde die Stellung des angeschlossenen Frauenchors dahingehend geklärt, dass er innerhalb selbständig sei, nach außen aber vom Männerchor vertreten würde. Überschüsse und Unkosten bei Veranstaltungen gingen aber zu gleichen Teilen an beide. Mit dem Lied „Es grüne die Tanne“ wurde Chorleiter E. Tünnermann gedankt.

 

Ab 1950 fanden die Generalversammlungen gemeinsam mit dem Vorstand des Frauenchores statt. In dieser Versammlung wurde Kritik an der Praxis geübt, der jeweiligen Kapelle bei den Vereinsvergnügen neben dem vereinbarten Honorar auch noch Trinkgelder zu geben, die Arbeiter bekämen außer dem Lohn nicht auch noch Trinkgeld. Der Vorsitzende Fries erklärte, durch sein Geschäft zu sehr beansprucht zu sein, die Versammlung möchte bitte jemand anderen zum Vorsitzenden wählen. Er wurde aber trotzdem wiedergewählt. Als Grund wurden auch Differenzen mit der Vorsitzenden des Frauenchors erwähnt, um was auch immer es sich dabei gehandelt haben mag.

 

1951 kam der Vorschlag auf, auch bei Beerdigungen von passiven Mitgliedern zu singen. Und der Vorsitzende wünschte, „das Anklappen der Stühle bei künftigen Vereinsvergnügen zu unterlassen“. „Die Schöpfung“ von Haydn wurde aufgeführt.

 

1952 wurde wieder beklagt, die Beteiligung an den Gesangsstunden im letzten Drittel des Jahres sei schlecht gewesen. Und die Beitragszahlung wird von 50 auf 60 Pf erhöht.

 

Lt. Beschluss übernahm 1953 der Vorstand des Männerchors die Geschäfte des Frauenchors, Frl. Morgenthal von Frauenchor fungierte als Verbindungsperson und übernahm nur die Geschäfte hinsichtlich des Einkassierens der Frauenbeiträge. Es folgte auch wieder eine Erhöhung der Beiträge (Männer 1 DM, Frauen 0,60 DM).

 

Mehrfach wurde in diesen Jahren hervorgehoben, der Chormeister Tünnermann scheue die weiten Wege (nämlich von Langenhagen nach Sehnde und zurück) auch bei Wind und Wetter nicht.

 

Auch 1954 und den folgendne Jahren wurde immer wieder um zahlreiches und pünktliches Erscheinen gebeten. Erstmals wirkte der Chor am Tag der Deutschen Einheit mit. Und ab da wurden wieder Ausflüge organisiert, vor allem der Frauenchor war da sehr aktiv.

 

1955 folgte dann die Feier zum 60jährigen Bestehen der Liedertafel. Zu diesem Anlass führte der Vorsitzende aus, „in den ersten Jahren sei das Singen nicht gerade der Hauptzweck des Vereins gewesen, sondern man suchte und pflegte besonders die Geselligkeit“. Das Singen habe erst unter Chormeister Tünnermanns Wirken an Bedeutung gewonnen. Dies, so wird auch in den Folgejahren des Öfteren hervorgehoben, sei nur der unermüdlichen Tätigkeit, seiner Persönlichkeit und seinem Können zu verdanken. In diesem Jahr sollte auch das Oratorium „Die Jahreszeiten“ (Haydn) zur Aufführung kommen, mit Solisten und namhaftem Orchester, in der Festhalle Sehnde (diese wurde 1976 abgerissen,dort steht heute das Forum der KGS). Man nahm wieder am Marienberg-Singen teil (die Autobusfahrt dorthin kostete 75 DM), und beim ersten Bergmannsfest wurden erstmals gemeinsam Lieder gesungen. Dazu wurde auch eine Bandaufnahme gemacht, leider war „aber der Chorgesang schlecht zu hören, das Orchester übertönte zu stark den Chor“. Und es musste der Tragegurt der Fahne erneuert werden, offensichtlich verschlissen durch häufigen Gebrauch.

 

Eine Werbung neuer aktiver wie passiver Mitglieder brachte nur kleinen Erfolg.

 

1956 gab es neben der Teilnahme am Sängerfest in Ingeln, einem Ausflug und der bald obligatorisch werdenden Weihnachtsfeier wohl erstmals eine Beteiligung zusammen mit dem Volkschor am „Tag der Heimat“ in der Festhalle Sehnde (der an wechselndem Datum gefeiert wurde). Diese Teilnahme sollte zu einer bis auf weiteres festen Einrichtung werden. Die Statistik weist 23 aktive Sänger und 29 aktive Sängerinnen aus.

 

Ab 1958 nahmen auch die Sängerinnen des Frauenchors an der Generalversammlung teil. Man machte sich Sorgen um den Nachwuchs, nur persönliche Werbung könne das Problem ändern. Neben dem Rückblick auf das Oratorium (1957 war das Chorwerk „Das Jahr im Lied“ aufgeführt worden) wurde auch auf das Sängerfest in Groß Lobke zurückgeblickt.

 

1959 brachte dann erstmals ein gemeinsames Konzert mit dem Chor Brink Langenhagen (der auch von Tünnermann geleitet wurde). Das gleiche Konzert sollte dann auch in Sehnde aufgeführt werden. Dafür wurde das Marienberg-Singen abgesagt, jedoch gab es ein gemeinsames Singen mit dem Volkschor anlässlich des Volkstrauertages (was auch eine häufiger geübte Einrichtung werden sollte). Einen besonderen Dank erhielt Sangesschwester Großklaus für die Mühe beim Einbinden der Noten für „Die Schöpfung“, ein Konzert, das im folgenden Jahr, 1960, in Sehnde und Langenhagen (mit dem Niedersächsischen Sinfonieorchester) aufgeführt wurde. Man wollte weiter die Zusammenarbeit mit dem Chor Brink Langenhagen pflegen. Es gab Verhandlungen mit Adolf Thölke von der VHS Sehnde wegen eines Zusammenwirkens. Trotz des Konzertes nahm die Liedertafel auch wieder am Gemeinschaftssingen in Hildesheim teil. Und man wechselte in das Vereinslokal Volker.

 

1961 wurde Hans-Jochen Müller zum Vorsitzenden gewählt (vorher Kassierer), er sollte es bis 1995 bleiben. Neben einem Konzert mit Opernchören mit Unterstützung durch die Volkshochschule gab es das übliche Singen zum 17. Juni, zum Volkstrauertag am Ehrenmal, zu Hochzeiten, Ausflug, Weihnachtsfeier. Inklusive der passiven hatte der Chor 154 Mitglieder! Frl. Rosi Rust u. Frl. Thea Rust wurden im Frauenchor zu Kassiererinnen gewählt.

 

1962 diente neben den üblichen Terminen der Vorbereitung auf ein Konzert.

 

1963 fehlte der 1. Vors. Müller wegen Krankenhausaufenthaltes bei der Generalversammlung. Sangesbruder Schäfer leitete sie und blickte zurück auf das Singen zum Tag der Einheit in der Festhalle, eine Einladung des befreundeten Vereins Wirringen, Ständchen zur Silberhochzeit und wieder das gemeinsame Singen in Langenhagen mit dem dortigen Chor. Und wieder (bzw. immer noch) gab es die traditionelle Vesper im Anschluss.

 

In diesem Jahr fand auch vom Chorverband eine Chorfeier im Kuppelsaal Hannover statt, an der die Liedertafel teilnahm. In der Sehnder Festhalle fand 1964 wieder ein Konzert mit dem Brinker Chor Langenhagen statt, und neben den üblichen Anlässen wirkte der Chor beim MGV Algermissen beim 100-jährigen Stiftungsfest mit. An Aktiven hatte der Chor 22 Männer und 31 Frauen.

 

1965 vermerkt dann überraschenderweise gut besuchte Übungsabende und den Besuch beim Sängerfest in Anderten. Gemeinsam mit dem Volkschor beteiligte man sich an der Sehnder Woche (?). Und auch an den Übungen mit dem Langenhagener Chor dort wie an den beiden Konzerten in Langenhagen und Sehnde im Mai 1965 wirkten beide gemeinsam mit. Im August wurde dann ein Sehnder Salzfest gefeiert (60. Stiftungsfest des 105 gegründeten Bergmannsvereins). Erwin Groß wurde zum Bücherwart ernannt.

 

1966 gab es dann zwar kein Konzert, aber Mitwirkung am Tag der Einheit, am Tag der Heimat, an einer Löns-Feier (zum 100. Geburtstag), Singen zum Geburtstag von Bürgermeister und Landrat Schaper, u.a.

 

1967: Es wurde (wieder gemeinsam mit dem Volkschor) in der Festhalle anlässlich der Anwesenheit einer Kommunaldelegation aus Frankreich gesungen sowie beim Kommersabend im Rahmen des Sehnder Schützenfestes.

 

In der Generalversammlung 1968 wurde Ewald Tünnermann zum Ehrenmitglied ernannt. Bei dieser Versammlung bat Emmi Großklaus, „das Rauchen einzuschränken“. Der Vorsitzende schlug daraufhin vor, vor Beginn der Proben wie in den Pausen zu rauchen. Und wieder gab es ein (!) Vesper, bezahlt aus der Vereinskasse.

 

Wie in anderen Jahren auch war der Chor mehrmals mit dem Volkschor und/oder dem Langenhagener Chor in der Linde (dem Vereinslokal des Volkschores, Ecke Beekfeld) zu Gast. Bei einem „bunten Nachmittag für die älteren Mitbürger“ trat der Chor auf, es gab eine Feierstunde zum 70. Geburtstag von E. Tünnermann und eine Teilnahme an einem Wohltätigkeits-Fußballspiel zugunsten des Sehnder Kindergartens am Ladeholz, gemeinsam mit anderen Sehnder Vereinen. Im Oktober folgte wieder ein Konzert mit Orchester der Musikhochschule Hannover usw.

 

In einer kleinen Feier am 29. Dezember 1968 wurde dann das 75.jährige Bestehen der Liedertafel begangen.

 

Im Jahr darauf (September 1969) fand wieder ein Konzert statt, diesmal mit dem Volkschor und dem Schulchor (dieser übrigens unter der Leitung von Hartmut Gevers, so entstanden wohl die ersten Kontakte zu unserem späteren langjährigen Chorleiter) sowie einer Instrumentalgruppe. Und natürlich wurde im April 1970 das 75jährige Stiftungsfest gebührend gefeiert (Kosten sind im Kassenbuch mit 833 DM registriert). Mit dem Volkschor wurde dessen 50-jähriges Stiftungsfest begangen, der engen Verbundenheit wegen, wie es hieß, und auch eine „Sehnder Woche“ gab es wieder.

 

In der Generalversammlung 1971 wurde der starke Rückgang an Aktiven vermerkt: Frauen 24, Männer 15 Aktive. Und es gab den bemerkenswerten Beschluss, die Vorstandswahlen nur noch alle 2 Jahre durchzuführen! Im November des Jahres beteiligte sich die LT an einem Konzert in Lehrte in den Gloria-Lichtspielen!

 

Und immer noch unterahmen die Frauen im Chor einen separaten Ausflug. Neben einer Teilnahme am Kreis-Heimattag in Sehnde gab es wieder ein Konzert in der ausverkauften Festhalle gemeinsam mit dem Volkschor, dem Kinderchor der VHS, einer Tanzgruppe der Hauptschule, der Orchestergemeinschaft Klische Burgdorf.

 

1972 fand die 25-Jahr-Feier des DAS in Herrenhausen statt, und an Erntedank wurde in der Kirche gesungen.

 

Auffällig ist, dass eine Teilnahme (oder auch Durchführung) an Festakten zum Tag der Heimat oder Tag der Einheit in den letzten wie allen folgenden Jahren nicht mehr festgehalten ist.

 

Der 1. Vorsitzende Müller fuhr übrigens Chormeister Tünnermann häufig nach den Proben zurück nach Langenhagenn, welch ein Aufwand!

 

Bei der Versammlung Anfang 1974 gab es den interessanten Hinweis: altes Liedgut wird zwar „aufgegriffen, doch aber auch Neuem zugewandt. Manches mag auf Kritik stoßen, aber muss Neues erscheinen, was am Markt ist.“ Dies seien „Worte v. H. Wilfr. Garbers auf einer Tagung in Hannover: Die neue Musik wird sich durchsetzen und dann von bleibendem Wert sein, doch darf sie nicht in Schlager abgleiten“!

 

Im Laufe dieses Jahres fanden dann im Kuppelsaal in Hannover die Niedersächsischen Chortage statt, sowie ein Sängerball des DAS in Wülfel. Und es wurde erstmals am 25. Dezember in der Kirche gesungen.

 

Auch im folgenden Jahr, 1975, gab es ein Adventssingen in der Kirche, gemeinsam mit Schulchören und dem Volkschor sowie der Bergmannskapelle, davor aber die Beteiligung am Schützenumzug und im Juni ein Konzert

 

1976 stand dann das 50-jährige Chormeister-Jubiläum an und das übliche Vereinsvergnügen. Und es wurde wegen der Verpflichtung eines Nachfolgers für Tünnermann, Chorleiter Hildebrand, vom Übungsabend Montag auf den Donnerstag gewechselt. Ernst Hildebrand ist der Entdecker von Mary Roos, er hat 1958 ihren ersten Titel geschrieben. Und er meinte, Singen sei die lebendigste Art des Musizierens. Ein weiteres bedeutendes Ereignis war das Abschiedskonzert im April 76 in der Sehnder Festhalle, die vor dem Abriss stand. Diese alte Festhalle diente auch als Turnhalle, weshalb bei der Abschiedsveranstaltung auch der Vorsitzende des TVE Sehnde zum Abschluss ein paar Dankesworte sprach. Im Juni wurde Ewald Tünnermann (auf Antrag der Liedertafel) im Kreishaus in Hannover das Bundesverdienstkreuz verliehen. Im September beteiligte sich der Chor am Lichterfest in Herrenhausen im dortigen Gartentheater (mit Feuerwerk, eigens für diesen Auftritt vom Chorleiter komponiert). Im gleichen Monat wirkte die LT beim Festakt in der Festhalle zur Übergabe der Ortschronik mit.

 

Das Jahr 1977 brachte wieder eine Überraschung: nach dem Singen bei einer Konfirmation, dem Vereinsvergnügen und der Teilnahme an Sängerfesten in Garbsen und Stöcken verließ Chorleiter Hildebrand am 5. September mitten in der Probe um 20.45 h den Chor aus Ärger, angeblich sei eine Passage zu schlecht gesungen worden.

 

Im Oktober stellte sich der neue Chorleiter vor, Rüdiger Becker, nachdem Mitglied Lücke wieder mal als „Liedervater“ eingesprungen war. Erstmals gab es nun auch Stimmbildung im Chor, und auch zum ersten Mal wurde beim Weihnachtsmarkt vor dem Rathaus gesungen.

 

1978 brachte neben den üblichen Terminen einen Auftritt beim Eilenriede-Singen und Anfang Dezember ein Konzert (Cantate Domino u. Chöre aus Bachs Weihnachtsoratorium) im neu erbauten Forum, diesmal ohne andere Chöre. Und es gab Kritik am neuen Chorleiter wegen des Fehlens zu mehreren Anlässen (inkl. der Generalversammlung), so dass wieder „Liedervater“ Lücke einspringen musste.

 

1979 wurde neben dem Vereinsvergnügen auch der Polterabend von Mitglied Winnefeld gefeiert, es gab wieder wie meist einen Ausflug, und schon Anfang September verließ der Dirigent den Chor, es wurde ein neuer gesucht und gefunden mit Hartmut Gevers, Musiklehrer an der Hauptschule, der ab Januar 1980 den Chor leitete. Er wolle die leichte Muse weiterführen und sich auch der nordamerikanischen Folklore widmen (damit sind wohl die Gospel gemeint, die in Sehnde als erste die LT eingeführt hat). Dass er wie Tünnermann und Hildebrand zur leichten Muse neigte, war auch der Grund dafür, dass die Liedertafel ihn wählte. Und er brachte einige seiner Schülerinnen mit, die ab sofort den Chor verstärkten. Im April 1980 wurde in Sehnde eine Schallplattenaufnahme mit dem Titel „Klingende Grüße aus Sehnde“ vorgenommen, die SängerInnen beteiligten sich am Sängerfest in Rethmar und am 75-jährigen Jubiläum des Bergmannsvereins. Und es gab wieder eine Zusammenarbeit mit der Schule (Kantorei der Realschule).

 

Im Jahr darauf, 1981, gab es an Auftritten nach dem üblichen Vereinsvergnügen einen bei der Sportlerehrung und beim Schorsenbummel in Hannover (mit dem ab Anfang der 80er Jahre auf der Georgstraße eine Tradition wieder belebt worden war, die an mehreren ausgewählten Terminen im Jahr ein buntes Programm zwischen Kleinkunst und Musik bieten sollte). Diese Teilnahme geschah auf Einladung und bedeutete laut Zeitungsartikel quasi „eine Ehre für Provinzler“.

 

Zu Beginn des Jahres hatte Chorleiter Gevers die Durchführung eines Konzertes abgelehnt mit dem Hinweis, es gäbe einen akuten Mangel an Männerstimmen (aktive Sänger 11, aktive Sängerinnen 28. Davon könnten wir heute träumen!) Aber immerhin fand ein Adventssingen in der Kirche statt, ebenso 1983.

 

Aber schon 1982 nahm der Chor am Sängerfest in Groß-Lobke teil, wieder mal am Lichterfest in Herrenhausen, und beteiligte sich an einem Konzert des Kulturvereins mit dem Volkschor und der Musikschule Hannover-Ost im Juni, sowie mit Singen beim DRK-Ball. Rosi Groß wurde Schriftführerin, 1984 2. Vorsitzende.

 

1984 wurde eine Handzettelwerbung geplant, um Männerstimmen zu gewinnen. Auf Vorschlag von Hedi Martin wurden nun die Noten in Ringmappen mit Klarsichtfolien eingelegt, und es gab natürlich diverse Auftritte: Ständchen, Sehnder Musikwoche in Bilm, Festkonzert anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Spielmannszuges des TVE, ein Adventssingen im Forum (mit dem Hinweis AWO), und erstmals wird ein Singen im Altenheim am Karl-Backhaus-Ring genannt.

 

Im Januar 1985 wurde Gunda Müller zur Schriftführerin gewählt.

 

Im August 1985 nahmen die Liedertafel wie auch der Chor Langenhagen-Brink an der Beerdigung ihres jeweils langjährigen Chorleiters August Tünnermann teil.

 

Es wurde erstmals der Plan, ein Werbeteam für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zu gründen vermerkt mit einem Etat von 200 DM. Nachdem die Tradition der Vesper im Anschluss an die jeweilige Generalversammlung zwischenzeitlich eingeschlafen war, wurde sie von Karl Bonse wieder für künftige Versammlungen vorgeschlagen.

 

Im Jahr 1986 wurde die Lyra als Vereinssymbol gewählt (Karl Bonse fertigte eine solche aus Holz, sie wurde mit farbigen Bändern versehen), und es wurde beschlossen, eine halbjährlich erscheinende Vereinszeitung gleichen Namens ins Leben zu rufen, außerdem wurden dazu passende Vereinsabzeichen beschafft. Auch nahm die Liedertafel am Festumzug zum 100j Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Sehnde teil, im Juni gab es ein Konzert im Forum in Gemeinschaft mit dem Lehrter Männerchor, wovon auch erstmals eine Tonbandaufzeichnung angefertigt und welches mit Filmkamera im Bild festgehalten wurde. Und im September eine Teilnahme am Straßenfest zu „100 Jahre Mittelstraße“.

 

1987 nahm die Liedertafel am Konzert zum 75. Jubiläum des MGV Wirringen teil wie auch an dessen Festumzug. Am 20. Dezember sang der Chor in der Dreifaltigkeitskirche in Hannover auf Einladung von Fernsehmeister Schuhknecht (von Hildegard Behnert vermittelt). Vor 1100 Zuhörern! Vom Vorsitzenden Müller wird darauf verwiesen, dass das Verteilen von Prospekten als Werbemaßnahme keinen Erfolg hatte. Und als Besonderheit wird die wöchentliche Fahrt von Chorleiter Gevers von Sarstedt nach Sehnde hervorgehoben. Er war zwischenzeitlich umgezogen.

 

1988 gab es ein Konzert zum 25-jährigen Jubiläum des Bonhoefferhauses, das aber im Forum stattfand unter dem Motto „Sehnder Chöre und Musikgruppen musizieren“. Das war im August, im September irkte der Chor beim 125-jährigen Jubiläum von Orpheus Gleidingen mit mit Gesang und Mitmarschieren beim Umzug.

 

Die vereinsinterne Zeitung „Die Lyra“ konnte aus Zeitgründen nicht mehr erscheinen.

 

Auch 1989 gab es reichlich Aktivitäten, und zwar die Teilnahme an einem Umzug zum Jubiläum der Sehnder Kreuzkirche, Beerdigungen und Hochzeiten usw. Im Oktober sang der Chor auf dem Oktobermarkt der IGS (aber wegen der sehr störenden Geräuschkulisse wollte man künftig auf derartige Auftritte verzichten.)

 

Ein im Jahre 1990 für den Juni geplantes Konzert wurde der Fußballweltmeisterschaft wegen auf den Oktober verschoben; zusammen mit der Kantorei der Realschule sowie in Begleitung eines Pianisten konnte es dann stattfinden. Die Vorbereitungen dazu waren allerdings überschattet von der plötzlichen Erkrankung des Chorleiters Gevers (und es sei wegen gewisser Differenzen mit der Leiterin der Kantorei auch nicht ganz ausverkauft gewesen).

 

Zum 31.12. 1990 wurde die Mitgliedschaft im DAS gekündigt, auf vielfältigen Wunsch schloss sich die Liedertafel dem Sängerkreis Burgdorf im Sängerbund Nordwest (wie er damals noch hieß) im Deutschen Sängerbund (später Deutscher Chorverband) an.

 

Und wieder mal erging die „Anregung“, doch bitte „äußerst pünktlich zur Probe zu kommen“, und es wurde dafür eine viertelstündige Pause beschlossen. Das eingerichtete Werbeteam um Karl Bonse brachte seine Enttäuschung zum Ausdruck, alle Maßnahmen zeitigten keinen Erfolg.

 

Im Jahr 1991 ging Chorleiter Gevers v. 21.3. – 30.5. zur Kur, er wurde vertreten von Jürgen Althaus und dieser leitete in dieser Zeit 7 Übungsabende und zwei Auftritte, so im April das Singen zur von Hochzeit von Gunda und Bernd Jaron, und ein Ständchen in Wirringen. Und gegen Ende des Jahres folgte wieder mal ein Auftritt bei der Adventsfeier des DRK.

 

1992 wurde das Amt des Pressewartes mit in den Vorstand aufgenommen.

 

Es folgte ein Singen zum Jubiläum des Lehrter Männerchores im Fachwerkhaus im Stadtpark und wieder im Dezember ein Auftritt bei DRK und Reichsbund sowie im Altenheim Kotter.

 

Neben dem schon traditionellen jährlichen Ausflug nahm die LT 1993 wieder mal am Weihnachtsmarkt teil, diesmal nicht nur mit Losverkauf wie sonst, sondern mit eigenem Stand (und diesmal hatte die Werbung Erfolg, Brigitte Philippi trat in den Chor ein, dadurch angelockt). Eigentlich brauchte es dringend Maßnahmen, den Tenor zu verstärken, worauf der Vorsitzende Müller hinwies. In dem Jahr fertigte Mitglied Bonse auch das Schild mit Schriftzug „Liedertafel Sehnde“ an, und der Vorstand brachte das umfangreiche Antragsverfahren zur Verleihung der Zelterplakette zum 100-jährigen Bestehen hinter sich.

 

Das Jubiläumsjahr 1994 begann mit einem Auftritt im Mai zur Eröffnung des Schaufensters Sehnde, einer Messeveranstaltung, es folgte die Beteiligung am Umzug des TVE Sehnde zu dessen 100-jährigem Bestehen, sowie wieder am Weihnachtsmarkt und beim Adventskonzert. Für das im Jubiläum der LT konnte „wegen mehrerer widriger Umstände“ kein großes Konzert geplant werden: 1. musste wegen Umbaus im Vereinslokal (Weißes Ross) auf die im dortigen Saal gute Akustik verzichtet werden, die auch für die Proben vonnöten war, 2. damit auch auf den Einsatz des eigenen Klaviers (als Ersatz stellten Mitglieder ihre Keyboards zum Üben zur Verfügung), und 3. erkrankte auch Hartmut Gevers wieder schwer, sein Sohn Marius vertrat ihn über einige Zeit. Des Umbaus wegen fand zur Probe ein Übungsabend in der Begegnungsstätte der Stadt Sehnde statt, aber die Akustik dort stellte sich als völlig unzureichend heraus. Der Vorstand weilte auch zur Fahnenweihe des Chors Waldesgrün in Rethmar und brachte dazu die eigene Fahne mit (damals war sie wohl noch vorzeigbar; Waldesgrün existiert inzwischen nicht mehr). Am 29.12. feierte der Verein sein 100-jähriges Bestehen mit interner Feier.

 

Ab 1995 übernahm Horst Winnefeld den Vorsitz, H.-J. Müller wurde Ehrenvorsitzender. Er schlug vor, den Namen des Chores zu ändern, zeitgemäßer zu machen, um auch jüngeres Publikum anzusprechen.

 

Im März richtete die LT den (jährlichen) Kreissängertag aus (natürlich umrahmt von Gesang), und am 25.3. als auch am 1.4. fanden die beiden Großkonzerte zum Jubiläum des Sängerkreises Burgdorf statt, die LT hatte dabei in mehreren Proben mit anderen Chören die Schubert-Messe einstudiert. Es war ein voller Erfolg! Danach folgte dann am 21.4. die offizielle Feier zum Jubiläum, bei der dem Chor auch die Zelterplakette überreicht wurde. Veranstaltungsort war das Vereinsheim des Kleingartenvereins Heimatfrieden an der Chausseestraße. Und der Ehrenvorsitzende Müller erhielt bei dieser Gelegenheit wegen 40-jähriger Vorstandstätigkeit eine Ehrung von der Gemeinde Sehnde in Form der Verleihung der Wappennadel.

 

Wegen all dieser Veranstaltungen fand die JHV erst im Juli statt. Dabei musste dann auch aus kassentechnischen Gründen die Satzung geändert bzw. neu gefasst werden auf Veranlassung der Volksbank (zur ordnungsgemäßen Übertragung der Kassengeschäfte). Auch 1995 beteiligte sich die LT wieder am Weihnachtsmarkt.

 

1996 folgte dann am 24.3. endlich ein größeres Konzert im Forum unter dem Motto „Sing and Swing“, mit dabei waren der Harmonika-Club Sarstedt (an der dortigen Schule wirkte Gevers als Lehrer) und der MGV Wirringen.

 

Die Singabende waren zu Beginn des Jahres 96 wegen der dortigen Bedingungen, Enge und schlechte Akustik, vom Weißen Ross in den Gemeindesaal der Ev. Kirchengemeinde verlegt worden; aus diesem Grund musste auch wieder ein Wechsel des Übungstages erfolgen vom Donnerstag auf den Montag.

 

Damit verbunden war auch eine Beitragserhöhung. Die Getränkeversorgung (zuvor Bestellungen bei der Wirtin) musste umgestellt werden: zunächst leisteten dies einzelne Mitglieder, bis etwas später auf Selbstversorgung umgestiegen wurde.

 

1997 richtete der MGV Wirringen den Tag des Liedes aus, an dem die LT auftrat: vermerkt ist, dass die Veranstaltung mehrfach von Regenschauern unterbrochen wurde. Am 18.10. folgte dann die Teilnahme am Festakt der Gemeinde Sehnde zu deren 850-jährigem Bestehen, beim Konzert im Forum mit dabei waren der Volkschor, der Katholische Kirchenchor und die Gruppe Jordu um Pastor Reh. Über einen eventuellen neuen Vereinsnahmen gab es noch keine Abstimmung, aber rege Diskussion. Die übliche Weihnachtspause wurde wg. Erkrankung des Chorleiters bis Ende Februar verlängert.

 

Der MGV Rethmar organisierte im Jahr 1998 den Tag des Liedes (natürlich mit unserer sängerischen Beteiligung, teilweise gab es auch eine Chorleitervertretung durch H. Beiker v. MGV Rethmar). Es folgte ein Singen zum Kennenlernen beim G.V. Sievershausen, die Leitung hatte Gunda Jaron, nachdem sie eine entsprechende Fortbildung (Chorhelferlehrgang) gemacht hatte (und nun künftig öfter als sog. Singeleiterin einsprang). Gevers hoffte jemand zu finden, der den Chor 2x im Monat auch auf dem Klavier begleiten könnte, um sich besser dem Klang widmen zu können. Im Jahr 2000 erklärte sich dann Anke Strehlau dazu bereit, was sich aber leider schnell wieder zerschlagen sollte. Es gab eine Diskussion wegen der Kleiderordnung und Vorschläge für Mitgliederwerbung (z.B. Eintrag ins Branchenbuch, die Einrichtung einer Web-Site im Internet, Aushang, Werbeveranstaltung in Form von Offenem Singen), und in Sehnde hatte sich ein Verkehrsverein gegründet, bei dem der Chor nach Diskussion Mitglied wurde (wie so vieles löste sich dieser schon 2008 wieder auf). Sven Kalbe schlug einen Grillabend für die Aktiven im Chor vor, welcher auch in den Folgejahren stattfand.

 

Auch 1999 folgte wieder ein Konzert im Forum, mit dem MGV Rethmar, die Zeitungsartikel dazu erwähnten die phantasievolle optische Umrahmung mit Kaktus und Bildern an den Wänden, passend zu den ausgewählten Liedern, und neben dem Karnevalsvergnügen brachte das Jahr dem Chor Ständchen und die Beteiligung am Chorfestival des Volkschores am 10.4., auch im Forum, bei dem sogar singende Gäste aus Rathen bei Dresden mitwirkten, und dann folgte auch im Juli erstmals der Grillabend für die Chormitglieder. Der Katholische Kirchenchor feierte sein Jubiläum mit einem Konzert, wobei der Vorstand der LT gratulierte. Diverse Ständchen wie üblich strukturierten das Jahr. Und Chorleiter Gevers, der bei Konzerten auch stets bemüht war, das Publikum mit einzubeziehen, zum Mitsingen anzuregen, und im übrigen auch so manches Gesangsstück im Arrangement dem Chor auf „Leib schneiderte“, erklärte, er wolle das Bewährte fortsetzen, aber erweitern um moderne Chorliteratur, auch aus der Schlagerszene, z.B. mit ABBA und Beatles.

 

Das relativ hohe Guthaben auf dem Konto im Jahr 2000 führte zu Überlegungen, davon ein elektrisches Klavier samt Verstärker anzuschaffen, so zumindest lautete der Vorschlag von Hartmut Gevers. Er wies im Übrigen daraufhin, dass aus urheberrechtlichen Gründen keine Notensätze aus seiner Feder an andere Chöre oder andere Personen gegeben werden dürften. Aus Anlass seiner 20-jährigen Chorleitertätigkeit bei der Liedertafel erhielt er ein Geldgeschenk. Es war ein sängerisch ruhiges Jahr, neben der Teilnahme am Schützenausmarsch gab es ein Chorwochenende und intensive Probenarbeit zum Gemeinschaftskonzert des Sängerkreises anlässlich dessen Jubiläums, mit SchülerInnen der Musikhochschule, das im Folgejahr stattfinden sollte.

 

Zunächst aber erfolgte noch Anfang 2001 die Umstellung von der DM auf den Euro samt Beitragsanpassung. Die Generalversammlung wurde diesmal an einem Samstag abgehalten mit anschließendem Abendessen. An drei Terminen (24.2., 9.3. und 10.3.) fand dann das Großkonzert statt, bei dem die Liedertafel sich an Vivaldis großartigem Gloria beteiligte, und an dem auch SchülerInnen der Musikhochschule mitwirkten. Neben einem Ständchen zum 80. Geburtstag in Ahlten gab der Chor Anfang November ein Benefizkonzert zugunsten des Fördervereins der Kreuzkirche im Bonhoefferhaus. Die Zeitung schrieb: Die Show riss das Publikum von den Sitzen. Im Chor sangen 19 Frauen und 11 Männer, welch ein respektables Verhältnis!

 

Mit einer erneuten Erörterung der Kleiderfrage begann das Jahr 2002, und es wurde angeregt, doch ohne Noten zu singen. Was daraus geworden ist, wissen wir alle!

 

Außer dem Karnevalsvergnügen sowie der Teilnahme am Mannschaftspokalschießen konnte die LT noch bei einem Auftritt auf der Adventsfeier von AWO und DRK singen. Da Chorleiter Gevers wieder länger krank war, musste zunächst Singeleiterin Jaron einspringen, auf Grund einer Vermittlung übernahm dann Michael Pieper den Chor kurzfristig, erkrankte dann aber selbst und als Ersatz kam Dr. Schulz zu uns.

 

2003 bescherte dem Chor wieder einmal die Bitte um höhere Anwesenheitsquote bei den Übungsabenden, neben einem Hochzeits-Ständchen in der Kirche, einem Frühlingsfest im kath. Pfarrheim, dem Schützenausmarsch und der obligatorischen Radtour nur noch ein Chorwochenende im Bonhoefferhaus, und natürlich wie jedes Jahr das Adventskonzert.

 

Nach der Generalversammlung, bei der Gevers sich für die häufige Anwesenheit bei den Übungsabenden im abgelaufenen Jahr bedankte (!), und bei dem er ausführte, 2004 den Schwerpunkt auf Filmmusiken zu legen, feierte der Chor auch 2004 wieder ein Frühlingsfest, diesmal aber im ev. Gemeindesaal, und im Laufe des Jahres gab es reichlich Geburtstagsständchen, das Jubiläumskonzert des MGV Einigkeit Rethmar und last but not least wieder ein Benefizkonzert zugunsten des Kreuzkirchen-Fördervereins, im Mai in der Kreuzkirche, mit anschl. Cocktail-Party im Gemeindehaus. Auch das Thema Chorkleidung machte wieder die Runde. Fast hatte der Chor schon in diesem Jahr seinen Chorleiter verloren wegen eines geplanten Umzugs nach Bremen, aber diese Planung zerschlug sich zum Glück des Chores. Gevers blieb bis 2011.

 

2005 folgten auf ein erneutes Frühlingsfest, diesmal wieder im kath. Pfarrheim, Auftritte bei Hochzeit und Konfirmation in der Kirche, Geburtstagsständchen, ein Chorsamstag im Bonhoefferhaus nebst Benefizkonzert am selben Ort, dies im November (die Zeitung titelte: „Vergnügliches im Bonhoefferhaus“). Und noch im Dezember trat der Chor zu einer Silberhochzeit in der Kirche auf. In diesem Jahr vermachte Emmi Großklaus der Liedertafel ihr Klavier.

 

In 2006 sang der Chor nur bei Konfirmationsgottesdiensten in Sehnde wie auch in Hohenhameln (für die Tochter eines Chormitglieds, letztere kam immer von dort zur Probe nach Sehnde, sie brachte von Fall zu Fall auch mal ihre 14-jährige Tochter mit, und es kam vor, dass diese uns bei dem Lied „Mr. Talleyman“ auf den Bongos begleitete).

 

Außerdem gab es ein Ständchen anlässlich der Hochzeit der Chormitglieder Kalbe jun.

 

Der Volkschor, der sich in dem Jahr auflöste, vermachte der LT sein Notenmaterial, es wurde gesichtet und zum Teil in den Bestand übernommen. Bei der Mitgliederversammlung bat Chorleiter Gevers zum wiederholten Male um regelmäßige Teilnahme an den Übungsabenden, und der Mitgliederschwund wurde diskutiert.

 

Im Jahr darauf, also 2007, nahmen der Chor am Freundschaftssingen des MGV Ilten teil unter dem Dirigat von Gunda Jaron, mit dem Sommersingen im Altenheim Kotter gab es eine Premiere, und im Oktober folgte ein Ständchen in Barsinghausen.

 

Auch 2008 feierten die Chormitglieder wieder ein Frühlingsfest im Gemeindesaal, erstmals hat der Chor in der AWO-Residenz an der Achardstraße bei dem dortigen Frühlingsfest mitgewirkt, die Teilnahme am Tag des Liedes in Lehrte folgte, 2x wurde bei einer goldenen Hochzeit gesungen sowie außerdem bei der Jubiläumskonfirmation in der Kreuzkirche. Wieder gab es Diskussionen wegen des Mitgliederschwunds, als Konsequenz wurde ein „Offenes Singen 50plus“ geplant, und wegen der Finanzlage im Verein gab es die Anregung, beide Klaviere (das von Emmi Großklaus wie auch das vom Verein über Gevers beschaffte) zu verkaufen.

 

Im Jahr 2009 wurde sogar eine außerordentliche Mitgliederversammlung abgehalten unter dem Thema „Zukunft des Chores“, es gab ein große Diskussion unter diversen Punkten, die die Mitgliedssituation berührten und die damit in Zusammenhang stehende finanzielle Situation. U. a. ging es dabei um die Fehlzeiten und die damit verbundene zähe Probenarbeit, und es wurde im Hinblick auf die Perspektive geäußert, der Chor sei ohnehin in wenigen Jahren nicht mehr singfähig wegen des zunehmenden Alters der SängerInnen wie auch des Chorleiters, der Chorgesang hätte bei vielen Mitgliedern nicht mehr die bisherige Priorität. Zunächst wurde nur mal eine längere Sommerpause beschlossen.

 

In sängerischer Hinsicht brachte 2009 neben mehreren Ständchen, einem Frühlingsfest im Gemeindesaal ein Singen beim Konfirmations-Gottesdienst, Himmelfahrts-Radtour, Singen bei Erntedank und Volkstrauertag, im Oktober ein Singen bei der AWO zu deren 80. Jubiläum in der Mensa der KGS und das Adventskonzert wie auch das Singen im Altenheim am Backhausring.

 

2010 verlief in chorischer Hinsicht ähnlich ruhig, neben einem Chorsamstag und dem Frühlingsfest mit Essen gab es ein Singen beim Schützenfest-Gottesdienst, Geburtstagsständchen, und es kam der Vorschlag für ein größeres Konzert, der aber an den Bedenken des Chorleiters scheiterte, wg. der Unterbesetzung bei den Männerstimmen (22 Frauen, 6 Männer), für 2012 sollte es ins Auge gefasst werden.

 

In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung musste im März 2011 eine Beitragserhöhung beschlossen werden. Wieder folgte ein Frühlingsfest im Gemeindesaal und die üblichen Termine mit Ständchen usw. Am 13.12. 2011 starb überraschend Hartmut Gevers, und die Liedertafel stand ohne professionelle Chorleitung da. Gunda Jaron vertrat ihn noch beim Singen im Altenheim Kotter (Backhausring). Die bisherigen Vorstandsmitglieder Winnefeld, Rosi und Erwin Groß wie auch Gunda Jaron legten ihre Ämter nieder, in der Erwartung, der Chor würde sich angesichts der schwierigen Situation auflösen und eine neue Chorleitung nicht zu finden sein. Dementsprechend wurde im Vorstand auch die Auflösung von Chor und Verein besprochen, zumal mehrere Mitglieder den Chor nicht mehr aktiv unterstützen, mitsingen wollten. Diese Lage erschwerte die finanzielle Situation und die Suche nach einer neuen Chorleitung, denn bei der ordentlichen Mitgliederversammlung im Januar 2012 fanden sich SängerInnen, die den Chor weiterzuführen gewillt waren. Mit Bernhard Ziegler fand sich ein neuer 1. Vorsitzender, Wolfgang Struß übernahm die Stellvertretung und die Schriftführung, und Brigitte Philippi (Schatzmeisterin) wie auch Karin und Thea Hartmann (Notenwarte) machten weiter und wurden in ihren Ämtern bestätigt.

 

Im April 2012, mit Angelika Gerber hatte sich relativ schnell eine neue junge Chorleiterin gefunden, übernahm Petra Dießner das Amt der Schriftführerin. Zu dem Zeitpunkt hatte der Chor 17 Aktive Sängerinnen und Sänger, und die Beiträge mussten noch einmal angepasst werden. Die Satzung wurde gemäß den Vorschlägen des KCV überarbeitet, und wieder einmal gab es Diskussionen um die Chorkleidung, festgelegt wurde nun komplett schwarze Kleidung. Zur Diskussion gestellt wurden wieder einmal Projektideen zur Gewinnung neuer Mitglieder. Schon im Mai legte Bernhard Ziegler überraschend sein Amt wieder nieder und verließ ganz den Chor. So war die Stelle des 1. Vorsitzenden bis zur nächsten Wahl vakant, sie sollte im Jahr darauf bei der regulären Mitgliederversammlung erfolgen, der Rest-Vorstand so lange weiterarbeiten. Neben den gewohnten Ständchen beteiligte sich die Liedertafel am Konzert des Volkschores Burgdorf, im Oktober 2012, der wie die LT von Angelika Gerber geleitet wurde. Und es gab ein Novum in Sehnde: eine CD-Aufnahme mit dem Titel „Sehnder Weihnacht“, organisiert vom NDR in Zusammenarbeit mit der Stadt und diversen Chören, Instrumentalgruppen und Einzelpersonen.

 

2013 organisierte die LT den Tag des Liedes, durch das Entgegenkommen und die Mitwirkung der Freiwilligen Feuerwehr Sehnde fand das Ganze im Feuerwehrgerätehaus statt, in einem ganz besonderen Ambiente, 5 Chöre nahmen teil. Und noch ein Novum: beim Gottesdienst zum Bergfest sang die Liedertafel (im August), und es folgte noch neben anderem ein Ständchen bei einer goldenen Hochzeit. Die neue Chorleiterin konnte gleich die leichte Flaute bei den Übungsabenden beklagen.

 

2014 war wieder ein sängerisch ruhiges Jahr, Ständchen, Konfirmation Teilnahme am TdL in Rethmar, Goldene Konfirmation, ein Chorwochenende im Naturfreundehaus am Ladeholz und das wieder mal gelungene Adventskonzert bildeten die Termine für den Chor.

 

2015 konnte der Chor endlich wieder einmal ein eigenes großes Konzert auf die Bühne im Forum bringen, am 15. Februar, unter Beteiligung des MGV Rethmar und in werbemäßiger Zusammenarbeit mit dem Kulturverein. Es machte Spaß und der Erfolg krönte die Mühen. Es folgten Ständchen, das Singen beim Gemeindefest der Ev. Kirche am 5.7., eine Teilnahme an der 130-Jahr-Feier des MGV Ilten (Auftritt am 1.8.), ein Freundschaftssingen in Rethmar beim MGV Einigkeit und das Adventskonzert! Ein volles Jahr. So konnte es aber nicht weitergehen, weil die Chorleiterin Gerber aus beruflichen Gründen wie auch durch die Übernahme der Leitung des Katholischen Kirchenchors St. Maria Sehnde ein Drittel weniger Probenzeit für die LT zur Verfügung hatte und das Üben in den Schulferien ganz entfallen musste. 2015 brachte auch viele Flüchtlinge aus Kriegsgebieten nach Sehnde (wie in ganz Deutschland), ein Projekt, um von diesen einige für den Chor zu gewinnen, brachte keinen Erfolg.

 

2016 fand wieder ein Bergfest auf dem Kalimandscharo statt, zum Gottesdienst sang wieder die Liedertafel, und neben dem Singen zur Goldenen Hochzeit konnte nur das Adventskonzert stattfinden gemeinsam mit dem Katholischen Kirchenchor in St. Maria, erstens wegen der in den Ferien nicht stattfindenden Proben, aber auch wegen mangelnder Männerstimmen (der Chor hatte nun nur noch drei!), was die Planung und Durchführung von Auftritten erschwerte. A. Gerber dankte dem Chor für seine Flexibilität und Kompromissbereitschaft.

 

Auch 2017 konnten nur Routine-Termine wahrgenommen werden, das Singen zum Volkstrauertag, das ebenfalls schon Routine war, musste abgesagt werden, aber die Anzahl der Probentermine erhöhte sich dadurch, dass die Chorleiterin das Dirigat im Katholischen Kirchenchor und Ende des Jahres auch beim Volkschor Burgdorf aufgab. Eine von Mitglied Marga Leonhardt organisierte Teilnahme an einem Busausflug der Naturfreunde fand nur wenig Resonanz, vielleicht bedingt durch den auf Mitte der Woche gelegenen Termin. Zwischenzeitlich waren die vom Ehepaar Groß immer wieder organisierten Busausflüge nämlich gänzlich eingeschlafen mangels ausreichender Beteiligung. Der Dachverband CVNB trat aus dem DCV aus.

 

Und auch 2017 wie auch 2018 gab es kein Singen bei der Feierstunde zum Volkstrauertag. Dafür beteiligte sich die LT im August 2018 an der Aktion „Sehnde aktiv“ auf dem Marktplatz und eröffnete die frohen Stunden (bei großer Hitze) mit einer kleinen Auswahl aus dem Repertoire. Neben einem Ständchen zum 80. Geburtstag konnte sich der Chor gleich bei zwei Adventskonzerten am 8. und 9. Dezember 2018 einbringen, erstmals gab es eine Zusammenarbeit der Liedertafel mit dem Katholischen Kirchenchor Sehnde und dem Ev. Kirchenchor Ahlten (bei unter der Leitung v. Sabine Hahlbohm), und die Konzerte fanden erstmals in Ahlten und Sehnde statt! Und natürlich verstärkten die SängerInnen den Gemeindegesang in der Lehrter Kirche anlässlich der kirchlichen Trauung von Angelika Gerber.

 

Im Jubiläumsjahr 2019 nahmen die Planungen und Vorbereitungen auf die gebührlichen Feierlichkeiten an Fahrt auf und zwangsläufig einen breiten Raum ein. Dennoch präsentierte sich der Chor: mit einem Infostand beim Generationentag Mitte Mai, mit einem Auftritt beim Schützenfest-Gottesdienst im Festzelt eine Woche drauf, der Beteiligung am Erntedank-GD und beim Volkstrauertag. Eine Neuerung, nämlich Chordarbietungen beim Sehnder Weihnachtsmarkt, rundete das Jahr ab, bevor die vereinsinterne Jubelfeier im Apart-Hotel als Glanz- und Höhepunkt steigen konnte

 

 

 

 

 

 

 

 

Die 1. Vorsitzenden seit der Gründung:

1894 – 1901 C.Wittig, 1901 – 1902 H.Bühring, 1902 – 1907 Ernst Tünnermann, 1907 – 1914 August Oelkers, 1914 – 1915 August Osterwald, (1915 verstorben) 1920 – 1921 Müller, 1921 – 1926 Karl Evermann, 1926 – 1928 Emil Wagner, 1928 – 1953 Willi Fries, 1953 – 1961 Dietrich Morgenthal, 1961 – 1995 Hans-Joachim Müller, 1995 bis 2011 Horst Winnefeld, Januar bis Mai 2012 Bernhard Ziegler, Januar 2013 bis Februar 2015 Wolfgang Struß (ab Mai 2012 kommissarisch), seit Februar 2015 Brigitte Philippi

 

Die Chorleiter seit der Gründung:

1894 – 1905 L Krause, 1905 – 1926 Ohlhorst, 1926 – 1976 Ewald Tünnermann, 1976 – 1977 Ernst Hildebrandt, 1977 – 1979 Rüdiger Becker, 1980 – bis zum 13. Dezember 2011 Hartmut Gevers, seit Februar 2012 Angelika Gerber